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Biofleisch – Worum geht es eigentlich?

Warum Biofleisch teurer ist

Ist Biofleisch wirklich gesünder?

Oft fragt man sich, weshalb Biofleisch so teuer sein muss und ob die Qualität der Bio-Fleischstücke den Preis überhaupt rechtfertigen. Schließlich lässt sich das Kilo Hack aus der Discounterauslage genauso einfach in gutbürgerliches Grillgut verarbeiten wie die teurere Bio-Alternative. Aus Verbrauchersicht sind diese Annahmen verständlich, denn die Produktion von Biofleisch ist oft intransparent. Man erkennt also nicht direkt, warum Biofleisch nun besser sein sollte. Außerdem spart jeder gerne; Nicht nur Zeit, die man investieren müsste, damit man ein klares Bild von der ökologischen Produktion gewinnt, sondern natürlich auch Geld.


Die Billigpreisstrategien der Discounter sind gefragt! Damit sich unsere Gesellschaft an materiellen Träumen satt kaufen kann, macht sie sich von den günstigen Angeboten der Massentierhalter abhängig. Eine Entscheidung, die zwar wirtschaftliche Vorteile verspricht, aber genauso beunruhigende Konsequenzen für Gesundheit und Umwelt mit sich führt. Das Konsumbewusstsein jedoch bleibt beim Plausch mit der Supermarkt-Metzgerin oder beim Griff in die TK-Auslage stumm. Warum ist das so, obwohl ein Großteil der Deutschen sich angeblich so sensibel für das Thema Nachhaltigkeit zeigt? Schließlich ist Umweltschutz eines der wichtigsten Themen unserer Zeit! Ist Biofleisch schon wieder out?


Mangelnde Aufklärung über Fleischkonsum

Da der Konsum von Billiglebensmitteln für die Allgemeinheit selbstverständlich geworden ist, nehmen viele Kunden an, ihre Kaufentscheidungen nicht überdenken zu müssen. Denn ihrer Auffassung nach macht sich schließlich sonst auch niemand diese Mühe. Es wird also gesellschaftlich akzeptiert, dass niemand eine Verantwortung trage, wenn sich keiner dieser Verantwortung bewusst macht. Verrückt oder? Aber ganz alltäglich! Die Kunden verschließen dem Konsumbewusstsein beim Einkauf ihre sowieso schon durch omnipräsente Werbeforderungen überreizte Denkapparatur und kaufen blind das, was ihnen Bedürfnisse, Erfahrungen und Gewohnheiten auf den Einkaufszettel setzen. Diese These würde auch die überraschenden Ergebnisse einer Studie erklären, bei der nur 16 Prozent der Einzelhandelskunden bereit wären, Tierwohlartikel zu kaufen.
Die Verantwortung für seine Käufe überträgt der Kunde also bequem einer Mehrheitsmeinung, welche sein Konsumbewusstsein mit einer Bequemlichkeit verdrängt – der Selbstverständlichkeit für Billigkäufe! Ehe er sich versieht, endet sein ursprünglicher Fleischgenuss in einem selbstgerechten, übermäßigen Routinekonsum.


Für die Lösung aller Umweltprobleme reicht nicht nur ein alternativer Ernährungsplan, bei dem Biofleisch zwar einen wichtigen aber eben nur einen Teilfaktor ausmacht.


Das Problem des Bio-Siegels: Bio Fleisch ist nicht gleich artgerechte Haltung. Denn bei der Produktion von zertifiziertem Biofleisch kommt es in der Regel erst einmal nur darauf an, dass das Endprodukt ökologisch rein ist, also frei von gesundheitsschädlichen Substanzen auf den Markt kommt. Wie es dem Tier geht und in welchen Massen geschlachtet wird, ist demnach zweitrangig. Genau dieser Grundsatz baut den Respekt ab, den ein jeder von uns dem Tier gegenüber zeigen müsste. Denn das Nutztier sollte sich nicht nur als Produkt verstehen.


Biofleisch: Artgerecht statt massengerecht

Bei ernstgemeinter artgerechter Haltung geht es darum, auch dem Tier einen Mehrwert zu bieten; Ein gesundes, möglichst stressfreies und den Bedürfnissen seiner Art entsprechendes Leben.
Dass die Tiere dann letztendlich auch geschlachtet werden, sollte im Verhältnis zur Massentierhaltung nicht als Kritikpunkt angesehen werden. Denn wenn das aufgeweckte Konsumbewusstsein und die steigende Nachfrage (nach weniger Fleisch) es ermöglichen, dass immer mehr solcher Bio-Bauern die Massentierhalter ablösen, wird automatisch viel weniger, aber dafür wirklich gutes Fleisch gehandelt. Im Umkehrschluss leiden weitaus weniger Tiere unter Quetschgehegen und ebenso werden überhaupt weniger Tiere geschlachtet, auch wenn die Zahl an Biofleisch-Kunden wächst.
Aktuell konsumiert ein Großteil der Bevölkerung noch viel zu viel Fleisch. Das ist nicht nur umwelt-, sondern auch gesundheitsschädlich.


Zu viel Fleisch ist ungesund


Bewusste Ernährung mit BiofleischMan sollte sich vor Augen führen, dass der durchschnittliche Bürger in Deutschland mehr als 700 Gramm Fleisch pro Woche verzehrt. Dabei wurde noch nicht berücksichtigt, wie viel Fleisch pro Kopf weggeworfen wird. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene lediglich 300 bis 600 Gramm (abhängig von Körpermasse und anderen gesundheitlichen Faktoren) Fleisch konsumieren. Würde sich die Mehrheit also bewusster Ernähren, auf Spontankäufe verzichten und sich einen Plan machen, wann man in welcher Menge Biofleisch zubereitet, wird dieser Durchschnittswert deutlich fallen. Diese Vorgaben sind einfach zu realisieren, wenn man dafür geeignete Konzepte unterstützt, die bereits von einigen Bio-Betrieben in sich ähnelnder Weise angeboten werden. Wir nennen die ganzheitliche und respektvolle Fleischproduktion „Crowdbutching“ (entlehnt aus den englischen Substantiven „crowd“ (Menschenmenge) und „butching“ (Schlachten) – viele Kunden teilen sich also ein Rind, das restlos verwertet wird). Das Konzept basiert auf Landwirtschaftsmodellen, wie sie bereits in der Antike angewandt wurden. Außerdem verhindert man damit, dass wertvolles Biofleisch verschwendet wird.


Ist Biofleisch nur eine Trenderscheinung?


Der Meinung, Biofleisch sei nur ein Marketingtrend, sollte man unter folgenden Aspekten langfristigen, wirtschaftlichen Denkens Stirn bieten. Natürlich lassen sich Trends wunderbar vermarkten, aber der Profitgedanke steht hierbei nicht im Vordergrund. Denn wer sich konsequent für artgerechte Haltung auf dem eigenen Hof entscheidet, unterschreibt einen neuen Lebensstil! Bei nachhaltiger Landwirtschaft wird ganzheitlich und langfristig gedacht: Es müssen Investitionen getätigt werden, die sich anfänglich nur mit Landluft und Liebe auszahlen. Wer also nach dem großen Geld sucht und sich in Wirklichkeit nicht für den Umweltschutz interessiert, wird mit der ökologischen Landwirtschaft nicht glücklich werden, zumal Biofleisch aus den bereits genannten Gründen schon lange keinen so guten Ruf mehr besitzt.
Dass der Handel mit Biofleisch trotzdem einen gewissen Profit verspricht, ist insofern wichtig, damit die Investitionen von frischen Bio-Bauern sich überhaupt auszahlen und sie ihre Angebote langzeitlich auf dem freien Markt halten können. Biofleisch Preis


Dennoch entscheiden immer noch die Nachfrager, welche Fleischangebote sich durchsetzen. Die Wirtschaftlichkeit von Massentierhaltung wird ausschließlich durch den Massenkonsum bestimmt. Würden wir uns die Fleischvöllerei abgewöhnen, würde auch die Massentierhaltung abnehmen.

Doch durch die Bequemlichkeit vieler Käufer hält das Dumpingpreis-Fleisch die Supermärkte noch sichtlich besetzt – trotz des steigenden Angebots an Biofleisch – und beweist damit vor allem eins: Es ist an der Zeit, sorgfältige Sensibilisierungsarbeit zu leisten anstatt zu radikalisieren!
Denn mit der Moral-Keule nach links oder rechts zu schwingen und entweder den Fleischkonsum oder -verkauf zu verbieten, wird für allgemeine Unzufriedenheit sorgen und nur kurzfristig wirksam sein. Durch solche Gesetze kann es nicht nur zur Massenarbeitslosigkeit kommen, das gewohnte Verlangen nach Fleisch würde weiterhin in den Köpfen sitzen und für Unruhe innerhalb der Bevölkerung sorgen.


Dem Biofleisch eine Chance geben


Auch wenn der Gesetzgeber einen großen Einfluss auf diese Prozesse nehmen kann, dürfen wir unsere Verantwortung nicht gänzlich an ihn abgeben. Als Gesellschaft sollten wir uns nicht daran gewöhnen, alle wichtigen Entscheidungen unseres Lebens an Authoritäten zu übertragen. Die Zeit, andere für uns abwägen zu lassen, haben wir aufgrund des fortschreitenden Klimawandels nicht. Wie bereits erwähnt, trägt der reduzierte Fleischkonsum direkt zum Umweltschutz bei und jeder einzelne kann jetzt schon handeln, ohne jahrelang auf neue Gesetze warten zu müssen.


Wichtig für einen langfristigen Erfolg ist also, diese Gewohnheiten ganz natürlich, durch nachhaltiges Denken, zu ersetzen – es muss also zu einem gesellschaftlichen Umdenken kommen, an dem wir uns alle beteiligen müssen. Unternehmen sollten hier durch innovative Konzepte attraktive Alternativen (siehe „Crowdbutching“) bieten und einen Startschuss geben um der Welt zu zeigen, wie einfach und sinnvoll so ein Umdenken sein kann.